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Sopra N°1 mit Sopra N°2 (im Hintergrund)
Sopra N°1 mit Sopra N°2 (im Hintergrund)
Sopra N°1
Sopra N°1
Sopra N°1 in Nogaro Blue
Sopra N°1 in Nogaro Blue
Sopra N°1 in Carrara White, Electric Orange, Imperial Red
Sopra N°1 in Carrara White, Electric Orange, Imperial Red
Ausführungen
Ausführungen

Auszeichnungen

stereoplay-Leserwahl 2016: 3. Platz (Kompaktboxen ab 3.000 Euro)

Sopra N°1

Die Sopra N°1 ist ein kompaktes Muskelpaket mit zahlreichen technischen Innovationen. Mit dem NIC-Magnetsystem und der TMD-Sicke des Mitteltöners sowie der IHL-Vorrichtung des Hochtöners beweist die Sopra, dass fortschrittliche Technologie wesentlich zur Klangqualität beitragen kann.

Die Verzerrungsarmut ermöglicht eine unglaubliche Klangreinheit mit sehr hoher Auflösung und einer spektakulären Abbildung, wie man sie sonst nur von Studiomonitoren kennt.

Was nach diesem ersten Eindruck noch auffällt, ist die Textur und Weichheit des Klangs. Der Ton ist satt und vollmundig; es zeichnen sich kräftige und deutliche Basstöne ab. Die Präzision ist nicht künstlich und nicht nur auf den Hochton begrenzt. Die Homogenität und die harmonische Oberwellenverteilung führen zu einer erstaunlichen Deutlichkeit.

Die Sopra N°1 ist ideal für kleinere Wohnzimmer mit bis zu 25 m2 Wohnfläche geeignet, kann aber auch Räume mit einer Fläche von bis zu 50 m2 angemessen füllen. Mit ihrem hohen Wirkungsgrad und der ausgezeichneten Belastbarkeit ist die Sopra N°1 echter Highend-Monitor für zu Hause.

Der speziell entwickelte Ständer leitet störende Vibrationen des Gehäuses in den Boden ab und beugt so Verfärbungen vor. Die sehr hohe Ableitungsgeschwindigkeit wird von einem Stahlgerüst im Inneren des Ständers ermöglicht, das über den 19 mm starken Glassockel an die vier verstellbaren Spikes aus Edelstahl gekoppelt ist – ein Garant für perfekte und reine Klangwiedergabe.

NIC (Neutral Inductance Circuit): Die Stabilisierung des Magnetfelds

Von Anfang an galt unser Interesse dem Magnetsystem, da es für den Chassisbau eine bedeutende Rolle spielt. Nachdem wir die Grenzen der Technik mit dem Einsatz von Elektromagneten in der Grande Utopia EM und der Stella Utopia EM neu definiert hatten, wurde uns in den letzten Jahren immer wieder bewusst, dass es abgesehen von der Stärke des Magnetfelds und seiner Homogenität im Luftspalt noch eine dynamische Größe gab, die wir nicht berücksichtigt hatten. Jedes Magnetfeld wird unabhängig von seiner Stärke von drei Faktoren beeinflusst: der Auslenkung der Spule (Lenz'sche Regel), dem Stromfluss in der Spule (Wirbelstrom) und der Frequenz. Die Schwingspule als beweglicher Teil bewirkt eine Variabilität des Magnetfelds, was wiederum zu einem Verlust von Präzision führt (vergleichbar mit einer leichten Verwacklungsunschärfe beim Fotografieren). Diese Tatsache setzt dem Streben nach höchster Auflösung deutliche Grenzen.

Ein mehrere Jahre dauerndes Forschungsprojekt führte zur Entwicklung einer Simulationssoftware, die diese komplexen Interaktionen bildlich darstellen kann. Sie hat uns den Weg zur Erschaffung eines unglaublich stabilen Magnetsystems geebnet. Die Lösung ist ein Faradayring, eine bekannte Technik, die wir mit unseren modernen Analysewerkzeugen neu interpretierten: Abmessung, Material und Position des Faradayrings konnten dank unserer Simulationssoftware optimiert werden – eine Lösung, die vor drei Jahren noch undenkbar war. Die Ausrichtung der Spule sowie die Stromstärke und -frequenz haben nun keinen Einfluss mehr auf das Magnetfeld. So lässt sich schließlich höchste Auflösung erzielen.

TMD (Tuned Mass Damper): Eine Leidenschaft für den Mittelton

In einem Wiedergabesystem bilden die Mitten den Bereich, der sich am schwierigsten unter Kontrolle bringen lässt. Einerseits sollen sie dynamisch und tonal an den Tiefton angebunden sein, andererseits müssen sie mit dem Streuungs- und Beschleunigungsverhalten des Hochtons kohärent sein, um Homogenität und Raumabbildung zu gewährleisten. Ein 16,5-cm-Mitteltöner erfüllt Ersteres, allerdings ergeben sich Schwierigkeiten beim Zusammenspiel mit dem Hochtöner. In den letzten zwanzig Jahren haben wir daran gearbeitet, den „Break up” (die Frequenz, ab der sich die Membran verformt und Verzerrungen verursacht) unserer „W”-Sandwich-Membran der 3. Generation noch weiter zu verbessern und, mit dem IAL 2, die Resonanzfrequenz des Hochtöners drastisch reduzieren können.

Die Finite-Elemente-Analyse gibt uns heute ein leistungsfähiges Werkzeug an die Hand. Wir haben eine Simulationssoftware entwickelt, die eine bildliche Darstellung des dynamischen Verhaltens der Sicke – der Verbindung zwischen Konusmembran und Chassiskorb – ermöglicht. Auf diese Weise konnten wir Störfaktoren ermitteln und eine geeignete Lösung erarbeiten. Dann war es an der Zeit, eine geeignete Dämpfungsmethode zu finden. Die bereits bekannten Lösungen zur Dämpfung der Sicke sind nur mit mehr Masse umzusetzen, was jedoch die Auflösung beeinträchtigt.

Schließlich wurden wir in den erdbebensicheren Systemen für Wolkenkratzer fündig, deren Technik übrigens auch für die Federung von Rennwägen genutzt wird: Die Lösung heißt „Tuned Mass Damper”. Es handelt sich dabei um einen Schwingungstilger, der eine zusätzliche Masse in Schwingung versetzt, um die Resonanzfrequenz unter Kontrolle zu bringen. In unseren Lautsprechern ist diese Technik in Form der beiden präzise dimensionierten Erhöhungen auf der Sicke zu finden. Für diese Innovation wurde ein Patent angemeldet.

Nachdem wir die Ursache der Verzerrungen beseitigt hatten, entschieden wir uns für eine Konusmembran mit exponentieller Form, um den Frequenzgang zu erweitern und das Impulsverhalten zu optimieren – ein weiterer Schritt auf dem Weg zu höchster Auflösung.

IHL (Infinite Horn Loading): Die Optimierung des Beryllium-Hochtöners

Unser Beryllium-Hochtöner nutzt eine sehr leichte und dennoch extrem steife Kalotte. Die Luftverdichtung in der Kammer hinter dem Hochtöner setzt seiner Performance jedoch klare Grenzen. Idealerweise würde man diese Limitierung mit einem praktisch unendlich großen Volumen überwinden. Unser Anspruch an die geringen Abmessungen der Sopra-Serie erforderte aber, dass so viel Volumen wie möglich für die Tieftöner genutzt wird. Für das Arbeitsvolumen des Hochtöners mussten wir also nach Alternativen suchen, was zur Entwicklung des IHL-Systems (Infinite Horn Loading) führte. Das System ist zum Patent angemeldet.

Hinter dem Beryllium-Hochtöner befindet sich eine kleine Kammer, die in ein zur Gehäuserückseite ausgerichtetes Horn mündet. Das Innere dieses Horns ist mit einem dämpfenden Material gefüllt, das die nach hinten abgestrahlten Schallwellen des Hochtöners sanft absorbiert. Weil der Luftwiderstand dieses Systems gegen Null geht, wird die Auslenkung und damit das Auflösungsvermögen der Kalotte nicht beeinträchtigt.

Der Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass sie nur wenig Gehäusevolumen in Anspruch nimmt. Dies ermöglicht uns, trotz der kompakten Abmessungen des Lautsprechers die Leistung der Tieftöner zu maximieren und den Hochtöner optimal zu positionieren.

Der Hochtöner musste zudem vor störenden Vibrationen geschützt werden. Deshalb wird er in einen einteiligen Rahmen aus Polyurethan eingesetzt, der eine optimale Masse aufweist und für Dämpfung sorgt.